Kläranlage Königsbach muss ihre Hausaufgaben machen – Bericht über die aktuelle Sitzung des Abwasserverbandes

Kläranlage Königsbach will ihre Hausaufgaben machen

Das erste Mal seit der Kommunalwahl 2019 trafen sich die Mitglieder des Abwasserverbandes im November 2020, eine stattliche Männerrunde von rund 20 Mitglieder, in der Festhalle in Ersingen.

Hauptthema war die Vorstellung der Machbarkeitsstudie für eine vierte Reinigungsstufe durch das Büro Weber Ingenieure, die ebenfalls in großer Mannschaft anwesend waren.

Andreas Beetz und Dr. Steffen Metzger stellten die Studie dem Gremium vor.  Ökologische Gründe machen diese längst fällige vierte Reinigungsstufe unabdingbar. Unsere Kläranlage muss ihre Hausaufgaben machen in Bezug auf die Phosphor und Spurenstoffelimination, denn Spurenstoffe sind teilweise schon im Trinkwasser angekommen.

Metformin, ein Antidiabetikum,  sticht hier besonders heraus.  Davon haben wir richtige Frachten im Bodensee,  die wir als Menschen dort einbringen, so Steffen Metzger. Mitverantwortlich ist auch eine zunehmende Chemisierung unseres Alltags: Über 100.000 Stoffe sind dadurch im Umlauf. Zudem wird der Arzneimittelverbrauch in den nächsten 30 Jahren um 50 Prozent zunehmen. Und das, was wir im Gewässer sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs!

15 g Diclofenac verlassen die Kläranlage Königsbach täglich – 20 Tuben Voltaren werden Tag für Tag im Kämpfelbach ausgedrückt.  Es ist dringend erforderlich, die Spuren aus unseren Gewässern zurückzunehmen. Wie dies in der Kläranalage Königsbach geschehen kann, erklärte Andreas Beetz. Er stellte drei Varianten zur Elimination vor. Pulverisierte Aktivkohlefiltration(PAK), granulierte AK und Ozon.  Betrachtet man die Investitionskosten und die langjährigen Betriebskosten, sowie die Gegebenheiten vor Ort, spricht sich Andreas Beetz für die Spurenelimination mit PAK auf dem Anlagengelände aus.  80 Prozent der vom Land als Leitparameter ausgewählten Stoffe können so an die AK gebunden werden. Begleiteffekt: Mikroplastik hält eine Filtration, die bei diesem Verfahren erforderlich ist, deutlich besser zurück als in den anderen Varianten.

Die Investition wird sich nach dem aktuellen Stand auf 4,8 Mio belaufen, finanziert durch die jährlichen Abschreibungen. Zuschüsse locken zwischen 20-80%. Mit der Fertigstellung wird in 4 Jahren gerechnet.

Christine Fischer, Gemeinderätin Mensch und Umwelt Kämpfelbach

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